Universität Zürich
FS 2010: Das psychologische Gutachten: Täter-Opfer-Zeugen
Vorlesungsverzeichnis 2642, Lizentiat in klinischer Psychologie
Zeit: Freitag nachmittags von 14.00 - 18.00 Uhr, Ort: KO2-F-174: Rämistr. 71, Uni-Zentrum)
(vierzehntäglich). Bitte per E-Mail hier
anmelden, damit genügend Unterlagen bereit gestellt werden können.
Thema
Theorie
1) Formelle Anforderungen an ein Gutachten
2) Inhaltlicher Aufbau des Gutachtens (Quellenverzeichnis, Datenerhebung, Interpretationen, Beantwortung der gestellten Fragen)
3) Datenerhebung im Rahmen der Begutachtung unter Berücksichtigung rechtlicher Aspekte
4) Gesprächsfuehrungstechnik in der Begutachtungssituation
5) Hybride rechtlich-psychologische Konstrukte (Zurechnungsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Gefährlichkeit, Glaubhaftigkeit, Glaubwuerdigkeit, vorbestehende Vulnerabilität)
6) Arbeiten mit Kriterienkatalogen (am Bsp. der Realkennzeichen von Steller & Koehnken)
7) Elterliches Sorgerecht und Obhut, Kinderschutzmassnahmen
8) Hypothesenabduktion, ev. divergierende Hypothesen aufstellen und diskutieren
9) Simulierende und dissimulierende Patienten
10) Aussagen vor Gericht als psychologische Expertenzeugen
11) Deontologie (Berufsethik) in der Begutachtungspraxis (nach FSP und FMH)
Uebungen
- Gespraechsfuehrung
- Rollenspiele
- Analyse von anonymisierten Gutachten in Gruppenarbeit
Termine:
26. Feb. 2010: Einführung ins Thema, Vorstellungsrunde
12. März 2010: Was ist ein Gutachten, was ist ein Beweis im Recht?
26. März 2010: Gesprächsführungstechnik
16. April 2010: Arbeiten mit Kriterienkatalogen, Glaubhaftigkeit, Elterliche Obhut
30. April 2010: Simulation, Täuschung und Dissimulation
21. Mai 2010: Studentische Vorträge
Literaturhinweise
Greuel, L., Offe, S., Fabian, A., Wetzels, P., Fabian, T., Offe, H. & Stadler, M. (1998).
Glaubhaftigkeit der Zeugenaussage. Theorie und Praxis der forensisch-psychologischen Begutachtung. Weinheim: Psychologie Verlags Union.
Haas, H. (2003). Observer et rédiger des documents en psychologie légale. Lausanne: Série Actualités psychologiques No 14, Institut de psychologie, Université de Lausanne. ISSN 1420-9284
Volbert, R. (2004). Beurteilungen von Aussagen ueber Traumata. Erinnerungen und ihre psychologische Bewertung. Bern: Huber.
Volbert, R. & Steller, M. (Hrsg.) (2008). Handbuch der Rechtspsychologie (Reihe: Handbuch der Psychologie). Goettingen: Hogrefe.
Lizentiat und Doktorarbeiten in forensischer Psychologie
Doktorarbeiten
Doktorarbeiten, die durch Privatdozenten betreut werden, sind gemäss Promotionsordnung möglich. Es muss dazu das Formular "Betreuung der Dissertation durch Privatdozenten" ausgefüllt werden und ein Professor des psychologischen Instituts als Zweit-Referent gesucht werden.
Co-Betreuung von Lizentiatsarbeiten in der klinischen Psychologie
Forensische Psychologie als Ergänzungsfach in der Methodenlehre
In Absprache mit Professor Hirsig konnte die forensische Psychologie als Ergänzungsfach in der Methodenlehre gewählt werden. Wegen der Pensionierung von Prof. Hirsig im 2009 sind jetzt keine Neueintritte mehr möglich. Mündliche Lizentiatsprüfungen sind nur bis zum Herbstsemester 2012 möglich, d.h. Sie sollten eine solche Seminararbeit nur dann in Angriff nehmen, wenn Sie hundertprozentig sicher sind, das Studium Ende 2012 abschliessen zu können.
Die Anforderungen sind dieselben wie diejenigen von Prof. Hirsig. Verlangt wird der Besuch von zwei Semstern Vorlesung resp. Seminar in forensischer Psychologie (à 2 Wochenstunden) und das Verfassen einer Seminararbeit. Die Seminararbeit muss vor der Anmeldung an die Prüfung angenommen sein. Der zeitliche Rahmen für das Korrigieren beträgt 3 Wochen. Drei weitere Wochen sollten eingeplant werden für den Fall, dass Korrekturen nötig wären. Spätester Abgabetermin für die fertige Arbeit ist also jeweils 6 Wochen vor der Prüfungsanmeldung / Voranmeldung / Vorvoranmeldung. Ausnahmen werden keine gemacht, halbfertige Arbeiten gelten nicht als abgegeben und Blankounterschriften werden keine erteilt. Studierende, die den letztmöglichen Termin für ihre Lizentiatsprüfung vorgesehen haben, also im Herbstsemester 2012 an die Prüfung gehen wollen, müssen ihre Seminararbeit bis spätestens am 31. Dezember 2011 fertig gestellt und abgegeben haben. Nach dem 31. Dezember 2011 wird keine Seminararbeit mehr akzeptiert (Ausnahmen gibt es keine).
Die mündliche Prüfung dauert 30 Minuten. Geprüft wird der Stoff der beiden Lehrbücher in forensischer Psychologie.
Haas, H. (2003). Observer et rédiger des documents en psychologie légale. Série: Actualités psychologiques No 14, Institut de psychologie, Université de Lausanne. ISSN 1420-9284.
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Haas, H. (2003). Psychologie de la déposition, victimologie et techniques d'entretien. Recherches juridiques lausannoises, Schulthess juristische Medien AG, Zürich. ISBN 3 7255 4581 2.
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Die Prüfungsfragen befassen sich einerseits mit der Theorie und bestehen andererseits im Lösen eines Fallbeispieles. Ein weiteres Thema, das sicher geprüft wird, ist die Methodik der Lizentiatsarbeit. Als Hilfe zum besseren Verständnis der französischen Bücher gibt es teilweise Folien aus früheren Vorlesungen.
Wissenschafts- und Unterrichts-Philosophie, Anleitung für die Literatursuche
Text mit den Unterrichtszielen und der Anleitung für die Seminararbeit zum herunterladen
Die Wissenschaft ist sich ihrer Vergänglichkeit sehr bewusst;
sie hat keinen Gewissheits- oder Ewigkeitsanspruch. Folgende
Bedingungen dienen angesichts der verfassungsmässig
garantierten Forschungs- und Meinungsfreiheit dazu, den
Wissensstand voranzutreiben: Transparenz über die Quellen aus
der die Daten stammen, Transparenz über die Methoden der
Datenverarbeitung, systematische Datenbearbeitung, die auch die
fehlenden Informationen offen darstellt, so wie die freie Diskussion der Resultate und
schlussendlich die Transparenz über die Urheberschaft der Arbeit.
Da Wissenschaft dauernd in Bewegung ist, folgt, dass die erste
Bedingung guten Unterrichts sein muss, dass die Studierenden
Probleme erkennen und sich Fragen stellen können, bevor sie
Antworten bekommen. Wenn immer möglich, versuche ich, den Stoff anhand von praktischen Beispielen abzuhandeln. Es ist mir wichtig,
dass die Studierenden sich dem Unbekannten zuwenden, sich ihm
emotional aussetzen und auch auf psychologische Fragen
zurückkommen, die sie sich vielleicht als Kinder gestellt
hatten. Die Studierenden sollen nicht nur Theorien oder
Expertenmeinungen reproduzieren, sondern auch methodisch denken
lernen.
Als zweite Anforderung an das akademische Lernen ist mir wichtig,
dass die Studierenden möglichst die wissenschaftlichen
Originalarbeiten verarbeiten (u.U. auch die historischen Texte der
Pioniere eines Fachgebietes) und sich nicht bloss auf Informationen
aus zweiter Hand abstützen. Gutes wissenschaftliches Handwerk
ist wie eine gute Mahlzeit - sie muss mit "frischen Zutaten" von
einem Chef de cuisine zubereitet werden.
Anforderungen an eine Seminararbeit
Seminararbeiten dienen dazu, das akademische Handwerk zu erlernen und ein spezielles,
begrenztes Thema auf dem neuesten Stand der
Wissenschaft zu vertiefen.
Am Anfang soll eine systematische Literaturrecherche mit den
Datenbanken der einschlägigen Abstracts (Pubmed, PsychInfo,
criminological abstracts) durchgeführt werden (bei historischen Themen sind die
Originaltexte zu beschaffen). Anschliessend sollen
die Studierenden die wichtigsten Studien bestellen und lesen. Die
Seminararbeit soll (1) eine Einleitung in die Fragestellung
beinhalten, die mit einem kurzen Methodenabschnitt endet, der die
Randdaten des aktuellen State of the Art darstellt (wieviele Artikel sind zu bestimmten
Suchbegriffen in den letzten 5 Jahren in den
Abstracts verzeichnet). Im Hauptteil (2) sollen dann die Ergebnisse
anhand einer Auswahl der methodisch am besten fundierten Studien
zusammengefasst werden. Im Diskussionsteil (3) kommt die freie
Diskussion zum Zuge, weiterführende Anregungen und Ideen sowie
ein Ausblick, in welche Richtung die Forschung sich wohl bewegen
könnte. Zuletzt (4) ist das Literaturverzeichnis nach den
APA-Regeln zu erstellen.
Die Seminararbeit soll ein Deckblatt mit dem Titel der Arbeit, dem
Namen der Referentin, dem Namen und der vollständige Adresse
(inkl. Telefon und Email) des/der Studierenden enthalten, sowie -
zuunterst handschriftlich - Ort, Datum und Unterschrift, sowei den Satz:
"Ich bestätige, dass ich diese Originalarbeit selbstständig und ohne unerlaubte Hilfe Anderer verfasst habe
und dass die Arbeit nicht schon zur Abgeltung anderer Studienleistungen an der Universität Zürich eingereicht worden ist."
Bewertet wird die Sorgfalt der Literaturrecherche, die Qualität der Auswahl der
Artikel und die Verständlichkeit des Inhalts im logischen Aufbau und in der Sprache.
Link zum
Psychologischen Institut der Universität Zürich
Links zu Aus- und Weiterbildungsbildungsprogrammen
- Weiterbildungen der
Schweizerischen Gesellschaft für Rechtspsychologie (SGRP) der
FSP
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Masterstudium Forensics (ehemals NDS-Forensik II), HSW Luzern
- Abteilung für Sozialpsychologie der Universität Bern
- Kompetenzzentrum
Rechtspsychologie der Universität St. Gallen
- Supervision Praxis Dr. phil.
Hans-Werner Reinfried
- Supervision Forensisches Institut
Ostschweiz: lic. phil. Monika Egli-Alge
- Veritavmethode, Aussagenanalyse
und Polygraph: Daphna Tavor, M.A.
-
Traumatherapie: Dr. phil. Revital Ludewig-Kedmi
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